Freitag, 31. Juli 2015

Die Angst vor dem Kunden.

These: Menschen, die sich wohl fühlen, Menschen, die geachtet werden, schaffen beachtliche Software.

Stellen Sie sich vor, Sie sind Programmierer in einer Softwarefirma und bekommen die Aufgabe, eine Anforderungsspezifikation zu schreiben. Nach der Spezifikation droht dann die Umsetzung. Deshalb möchten Sie die Anforderungen möglichst genau analysieren und beschreiben, und auch, weil Sie wissen, dass das Spezifizieren von Anforderungen der erste Entwicklungsschritt ist und zudem ein sehr bedeutender. 70 Prozent aller Projekte, die scheitern, leiden an fehlenden oder fehlerhaften Anforderungsanalysen.

Freitag, 17. Juli 2015

Das Alte behindert das Neue oder wie bewerte ich eine Firma anhand ihrer Lernkultur.

These: Menschen, die sich wohl fühlen, Menschen, die geachtet werden, schaffen beachtliche Software.

Neues zu lernen ist eines der wichtigsten Dinge im Leben eines Programmierers. Alles ändert sich - Vorgehensmodelle, Techniken und Sprachen. In traditionellen Gesellschaften haben die Jungen von den Alten gelernt. In unserer schnelllebigen Zeit müssen die Alten am Ball bleiben oder sie werden vom Zug der Zeit überholt und im schlimmsten Falle aussortiert. Solche Szenarien erzeugen Angst, und wo Angst herrscht, werden irrationale Verhaltensmuster geboren. In Firmen, wo die Alten auf Entscheidungsposten sitzen, kann es dazu kommen, dass sie sich vor Neuem schützen. Es gibt durchaus Firmen, in denen Techniken angewandt werden, die auch schon vor 20 Jahren modern waren. Dem Geschrei von schneller, weiter, höher entgegen, verkauft sich auch diese Software. Der Kunde dieser Produkte hat allzu oft keine Vorstellung von der Leistung, die er für sein Geld bekommt. Softwarefirmen vermögen es in vielen Fällen selbst nicht, die Leistungszunahme durch neue Techniken zu bewerten. Wie sollen Endkunden es da schaffen, einzuschätzen, wie viel Software man für sein Geld bekommt?

Freitag, 3. Juli 2015

Vom Sprint zum Überblick. Durchblick kommt nicht von allein.

Ordnung ins Chaos

Artikelübersicht
1. Teil Gegenseitige Hilfe ersetzt Chaos.
2. Teil Ein Held, der sich helfen lässt.
3. Teil Teambullshit oder wirkliche Teams. Mit dem Team gegen das Chaos.
4. Teil Vom Sprint zum Überblick. Durchblick kommt nicht von allein.


Im letzten Post habe ich beschrieben, wie sich ein kleines Team selbst organisieren kann. Die Abarbeitung der Aufgaben in Sprints, die eine, zwei oder vier Wochen dauern, gewährleistet eine effektive Arbeitsweise, mit der man auf kurzfristige Änderungen reagieren kann. Außerdem wird die Arbeit so zu einer Kette von Erfolgserlebnissen, die alle zwei Wochen ein neues und erweitertes Produkt präsentieren. Der Arbeitsfortschritt wird transparent. Es ist ein bisschen vergleichbar mit dem Ernten eines 100 Hektar großen Kartoffelackers. Die schiere Größe der abzuerntenden Fläche raubt uns den letzten Nerv oder sie lässt uns verzweifeln. Unterteilen wir die Fläche in kleinere Parzellen, wird jede einzelne Ernteaufgabe in absehbarer Zeit zu bewältigen sein. Wir stecken 10 x 10 m Parzellen ab und ernten eine nach der anderen ab. Unsere Motivation aufgrund der Kette von Erfolgen steigt enorm. Ein ähnliches Prinzip verwenden erfolgreiche Computerspiele, um ihre Spieler süchtig zu machen.