Sonntag, 2. Juni 2013

Neuer Monat, neue Ideen

Allgemeines

Seit einem Monat poste ich nun, und inzwischen sind mir ein paar neue Ideen gekommen. Die erste verdanke ich einer Antwort zu einem Beitrag, den ich in Xing veröffentlicht hatte. Dort wurde angemahnt, dass den Thesen die nötige Provokation fehlt. Bei näherer Betrachtung ist dem wohl auch so. Man kann sich zu schnell einverstanden fühlen und denkt, mach ich doch auch, will ich doch auch. Deshalb werde ich die Thesen durch ODER-Teile erweitern, die genau das beschreiben, was aller Orten Wirklichkeit ist. Im Gegensatz zur Realität bekommen die ursprünglichen Thesen dann vielleicht eine neue Relevanz. Auch werde ich die neuen Antithesen an den Anfang setzen. So hoffe ich mit der Provokation zu beginnen.



These 1: Entwickler müssen stressresistent sein, Druck aushalten und sich auch mal alleine durchkämpfen. - ODER - Menschen, die sich wohl fühlen, Menschen, die geachtet werden, schaffen beachtliche Software.

These 2: Mit dem Anforderungsmanagement kann man es auch übertreiben und die Kosten in die Höhe jagen. - ODER - Gute Software benötigt gute fachliche Anforderungen.

These 3: Was interessiert mich die Analyse des Umfeldes, dafür bezahlt keiner. - ODER - Systemkontextanalyse öffnet die Augen für optimale Software.

These 4: Ewig quatschende Entwickler haben im Studium bloß nicht aufgepasst und können sich einen anderen Beruf suchen. - ODER - Gut kommunizierte Software ist ein Segen für die Zukunft.

Der utopische Zustand im zweiten Teil der neuen Gesamtthesen wurde als ursprüngliche These anscheinend nicht als Provokation empfunden. Die Antithesen, die jetzt den alten Thesen vorangestellt wurden, zeigen meiner Meinung nach die herrschende Realität, obwohl das weder effektiv, effizient noch kostengünstig ist. Es wäre doch einen Gedanken wert, die ursprünglichen Thesen in die Wirklichkeit umzusetzen, oder wenigstens zu überlegen, warum das nicht möglich sein sollte.

Außerdem ist mir aufgefallen, dass alle Themen bisher sehr theorielastig sind. Ich bin kein Theoriefeind, aber eine sinnvolle Verbindung von Theorie und Praxis untermauert die Ideen doch in einer ganz anderen Weise. Deshalb werde ich ein neues Thema PRAXIS beginnen. Als erstes werde ich dort etwas aus dem Programmieralltag berichten. Man bekommt alten Code und soll etwas erweitern oder auch nur einen kleinen Bug beseitigen. Doch aufgrund fehlender Kommentare, nicht aktueller Kommentare, fehlender Anforderungen und über die Jahre unter Druck und ohne Kommunikation zusammengesetzten Spaghetticode steht man verzweifelt vor mehreren Problemen. Diese Geschichte werde ich in den folgenden Posts beschreiben:
  • Reengineering - Die Analyse des Altcodes
  • Requirements Engineering – erst einmal die Anforderungen definieren
  • Systemanalyse – vielleicht doch erst mal eine Architektur
  • Alles neue geht oft schneller
  • Schon Vorhandenes nutzen wäre schneller gewesen
Ich denke, Ihr erkennt schon ein bisschen wohin das Ganze führen soll, und ich hoffe, dieses Beispiel aus der Praxis wird Euer Interesse wecken.

Ein weiteres Thema ist mein Plan, alle Prozesse mit BPMN aufzunehmen, die notwendig sind, um ein Stück Software zu ordern, zu erstellen, zu betreiben und zu nutzen. Dabei würde ich Euch zum gegebenen Zeitpunkt um Mithilfe bitten.

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Kommentare:

  1. Würde mich freuen, wenn Du zum Thema "menschliches Arbeiten" auch auf unserer Initiative WirtschaftsDemokratie beitragen magst.
    VG Martin

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  2. Werde mich in den nächsten Tagen mit der Initiative WirtschaftsDemokratie auseinandersetzen.

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  3. Irgendwie trifft es jetzt den Begriff des "Manifestes" aus meinem anderen Kommentar schon viel eher. Wobei, wenn ich an das agile Manifest denke, dann kommen mir die obigen "Antithesen" doch irgendwie sehr "auf Krawall gebürstet" vor. Auch wenn ich deren Inhalt teile. Vielleicht ließe sich ja tatsächlich noch eine "massenkompatiblere" Formulierung ähnlich dem agilen Manifst finden.

    Ciao Ralf

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